Geschichte

Hohe architektonische Ansprüche und gesellschaftspolitische Verantwortung prägen seit jeher die Werte von ReinhardPartner Architekten AG und Bürgi Schärer Architekten AG. Die langjährigen persönlichen Freundschaften und die in den letzten Jahren verstärkten beruflichen Kooperationen verbinden wir per 1. Juli 2025 mit der Fusion zur Arcollage AG und gehen gemeinsam weiter. 

ReinhardPartner

Unsere Anfänge
Hans Reinhard und Gret Müller lernen sich 1936 an der ETH Zürich kennen. Beide studieren Architektur, sie aus Winterthur, er – zwei Jahre älter – aus Bern. Hans Reinhard ist Mitglied der Sozialdemokratischen Partei und Vertreter der Studentenschaft. 1941 schliessen sie ihr Studium bei Professor Otto Rudolf Salvisberg ab und heiraten noch im gleichen Jahr. Bereits ein Jahr später gründen sie ihr eigenes Architekturbüro, mit ersten Räumen in der gemeinsamen Wohnung in Bümpliz.

Im Jahr 1945 treten Hans und Gret dem BSA bei, Gret Reinhard als erste Frau überhaupt. Mit den Mitgliedschaften von Hans Reinhard im Schweizerischen Verband für Wohnungswesen, im Vorstand der Familien-Baugenossenschaft, im Bau- und Holzarbeiter-Verband akzentuiert sich die Ausrichtung des Architekturbüros zunehmend. Auch auf politischer Ebene engagiert sich Hans Reinhard von 1948 bis 1959 als Berner Stadtrat für die Sozialdemokratische Partei.

Bern West entsteht
Die Zuwanderung aus den ländlichen Gebieten in die Städte ist gross, auch in Bern. In Berns Westen finden viele Arbeiter- und Angestelltenfamilien ein neues Zuhause. Hier ist das Architekturbüro ab 1951 mit Planungs- und Bautätigkeit stark vertreten.

Gemeinnütziger Wohnungsbau gewinnt an Bedeutung
Hans Reinhards politische Tätigkeit und das Engagement im gemeinnützigen Wohnungsbau nimmt ab 1961 zu. Er wird Mitglied in der kantonalen Wohnbauförderung, in der Gesellschaft zur Förderung des Wohnungsbaus in der Region und Experte der Eidgenössischen Wohnbaukommission. Von 1968 bis 1976 ist er für die SP im Berner Stadtparlament. Über 20 Jahre lang gestaltet er als Vorstandsmitglied der Familien-Baugenossenschaft Bern die Geschicke einer wichtigen Akteurin in der Berner Stadtentwicklung mit, von 1976 bis 85 als deren Präsident.

Engagement bleibt
Nach der Neuorganisation des Büros in eine Mitarbeitenden-Aktiengesellschaft 1976, tritt Gret Reinhard schrittweise aus dem operativen Geschäft zurück, Hans Reinhard bleibt bis Anfang der 90er Jahre im Büro als Verwaltungsrat engagiert.

Referenzcharakter für den Städtebau der Nachkriegszeit
Hans und Gret Reinhard hinterlassen ein reiches architektonisches Erbe sowie eine Fülle an Gedankengut und Werten. Letztere lenken unsere Arbeitsweise bis heute. Mit Siedlungen wie dem Bethlehemacker I+II, Tscharnergut, Schwabgut, Gäbelbach, Holenacker, die sie vielfach in Architektengemeinschaften realisiert haben, prägen sie den zeittypischen Städtebau, der bis heute seinen Referenzcharakter behalten hat.

Vielfalt in der Wohnform
Wir setzen auf vielfältige Wohnformen, die auf das Leben mit all seinen Bezügen in die Nachbarschaft sowie ins Quartier ausgerichtet sind. Dabei steht das individuelle Wohnbedürfnis gleichwertig zum Gemeinschaftlichen im Zentrum. Unsere Entwürfe und Bauten bieten ein Angebot, die Gemeinschaft zu leben.

Räumliche und soziale Identifikation
Neben ökologischen, funktionalen und gestalterischen Lösungen spielen für uns soziale Themen wie Lebensqualität, Wohnkultur sowie Identifikation eine grosse Rolle. Die soziale Nachhaltigkeit beruht auf Diversität der Nutzungen, der Bewohnenden und deren Zusammenwirken.

Partizipation und lokale Partner:innen
Wir kooperieren mit lokalen Partner:innen, knüpfen an bereits vorhandene Strukturen an und initiieren Partizipationsprozesse für die Planungsphase und Modelle für das anschliessende Zusammenleben und den Betrieb der Liegenschaft. Das schafft Synergien und stärkt die Identifikation der Nutzer:innen mit ihrem neuen Wohn- und Arbeitsumfeld.

Preisgünstiges und gesundes Bauen
Wir untersuchen nachhaltig robuste Bauweisen, orientieren uns an bewährten und kostengünstigen Baumethoden. Energetisch hohe Standards sind für uns in unserem umfassenden Berufsverständnis selbstverständlich. Unser Ziel ist es, Bauten mit hohem Gebrauchswert zu erschaffen.

Büroalltag mit flacher interner Hierarchie
Seit 1976 führen wir das Büro als Mitarbeiter:innen-Aktiengesellschaft. Wir sind dem UNIA-Gesamtarbeitsvertrag angeschlossen und leben eine flache Hierarchie, die sich durch Mitsprachemöglichkeiten, Respekt und einen sozialen Teamgeist auszeichnet.

Bürgi Schärer

1992: Von Hanspeter Bürgi und Peter Raaflaub gegründet, sucht das Atelier Bürgi & Raaflaub Architekten ETH SIA die Tiefe in der architektonischen Qualität und gleichzeitig die Breite in der nachhaltigen Entwicklung. Umbauten, erste Wettbewerbserfolge und grössere Realisierungen, Forschungen in der Raumplanung, im Energiebereich und im Wohnungsbau bestimmen diese Phase. Dazu kommt der Aufbau und die Leitung der Minergie Agentur Bau, der technischen Geschäftsstelle des Vereins Minergie (1998–2006).
 
2002: Erweiterung des Leitungsteams durch Stefan Schärer. BSR Bürgi Schärer Raaflaub Architekten AG kann über Wettbewerbe und weitere Aufträge ein vielfältiges Werk mit Wohnbauten, Altersbauten und öffentlichen Gebäuden realisieren. Studien, Gutachten, Jurys und angewandte Forschungen – wie z.B. SNBS Standard nachhaltiges Bauen Schweiz, Bereich Gesellschaft – bleiben wichtige Arbeitsfelder. Hanspeter Bürgi engagiert sich zusätzlich vermehrt in der Lehre als Professor für Architektur und Entwurf: Hochschule Luzern – Technik & Architektur (2009–2015) und Berner Fachhochschule BFH, Architektur, Holz und Bau (2015–2024).
 
2012: Mit dem Austritt von Peter Raaflaub wird die Firma neu strukturiert. Bürgi Schärer Architektur und Planung AG setzt einerseits auf inhaltliche Kontinuität und andererseits auf eine integrale architektonische Positionierung. Bruno Hari und Theo Gurtner erweitern die Geschäftsleitung um Hanspeter Bürgi und Stefan Schärer. Die Arbeiten umfassen unterschiedliche Massstabsebenen mit städtebaulichen Studien, Wohnbauten, Schulhäusern sowie weitere Forschungen zum Wohnen (Wohnungs-Bewertungs-System WBS, Ausgabe 2015) und zur Energie.
 
2017: 25 Jahre sind ein guter Grund zum Feiern – zum Reflektieren, zum Weiterentwickeln. Bürgi Schärer Architekten AG (Hanspeter Bürgi, Stefan Schärer, Susanne Schmid, Frederic Bauer, Theo Gurtner) und Energie hoch drei AG (Bruno Hari, Carol Gächter, Mathias Hodel) positionieren sich als zwei unabhängige Firmen mit geschärften inhaltlichen Profilen und neuen Partnern.

2023/24: Mit den Austritten von Susanne Schmid (2023) sowie Frederic Bauer und Theo Gurtner (2024) intensivieren Hanspeter Bürgi und Stefan Schärer bestehende und neue Kooperationen, u.a. mit Futurafrosch, Sonja Huber, ReinhardPartner.

2025: Fusion von Bürgi Schärer Architekten AG mit ReinhardPartner Architekten AG zu Arcollage AG. Achitektur. Städtebau. Landschaft. Wegzug aus dem Breitenrainquartier an den gemeinsamen Standort in Bern Bümpliz-Süd. Gemeinsam weiter.